Aktuelles vom Pfälzischen Sportmuseum

Hagen Leopold und Andreas Boltz überreichen Prototyp einer Null-Serie von Adolf Dassler

23.07.2012 00:00 von A. Kaufmann

Tagung zum 10. Todestag von Fritz Walter im Pfälzischen Sportmuseum

Übergabe Dassler-Schuhe 1955
Übergabe Dassler-Schuhe 1955

Das Institut für Pfälzische Geschichte  veranstaltete  in Kooperation mit dem Pfälzischen Sportbund und dem Deutschen Schuhmuseum  Hauenstein aus Anlass des 10. Todestages  von Fritz Walter am 15./16. Juni 2012 ein weithin beachtetes Seminar, an dem Fritz-Walter-Freunde aus der ganzen Pfalz teilnahmen.

„Der Mensch Fritz Walter war mehr als ein Fußballheld. Das Besondere an ihm war sein Charakter. Er war ein Mann, der zeitlebens Spuren hinterließ.” So würdigte Hagen Leopold, Chronist, Fan und Sammler, den größten Sportler, den die Stadt Kaiserslautern bislang hervorgebracht hat.

Bei der Tagung des Instituts für Pfälzische Geschichte  im Deutschen Schuhmuseum und Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein stand der Held der Weltmeisterschaft von 1954 und Kopf der legendären Walter-Elf des 1. FC Kaiserslautern im Mittelpunkt. Leopold blickte mit seinem Eröffnungsvortrag auf die zwei Leben des Fritz Walter: das des Fußballers, der sich von 1936 an ganz dem Sport verschrieben hatte, und das des Sozialarbeiters, in dem er sich nach dem Ende seiner Karriere - sein Abschiedsspiel wurde am 20. Juni 1959 ausgetragen - für die Resozialisierung jugendlicher Strafgefangener einsetzte. „Fritz Walter war der einzige 54er Weltmeister, der seinen Namen vermarkten konnte. Er war ein Werbeträger in eigener Sache”, sagte der Neustadter. Die eigene Sache Walters war immer eine soziale. „Es gab kaum eine Bitte, die er ausschlug. Er hielt sich selbst für nicht so wichtig”, so der Chronist.

Leopold zitierte aus den Walter'schen Tagebüchern, die der Fußballer während der Weltmeisterschaft 1958 führte und die Grundlage seines Buches „So war es” bildeten. Die Aufzeichnungen wiesen Walter als hochsensible Persönlichkeit aus, den die Nervosität vor jedem Spiel plagte, und der über den Tellerrand hinaus blickte. „Fritz dachte strategisch, er sah immer den Teamgedanken, selbst die Belange der Zuschauer hat er wahrgenommen”, skizzierte Leopold.

Im Anschluss übergaben Andreas Boltz (Rülzheim) und Hagen Leopold ein handgefertigtes Test-Unikat einer „Null-Serie“ Fußballschuhe von Adolf Dassler aus dem Jahr 1955 (oder später) an Martin Schwarzweller (Sportbund Pfalz) und Willy Schächter (Deutsches Schuhmuseum). Dieses unbespielte Schuhpaar mit Oberleder-Aufdruck
„ADIDAS NYLON Antibakteriell“ hat eine hellblaue Kunststoff-Sohle , mit Kunststoff-Keilen nur an der  Schuhspitze und im Gegensatz zum Serienpaar einige eindeutige Kriterien , die für eine Handarbeit sprechen.
Völlig unterschiedliche Kopfgrößen und Einschlagstiefen der Sohlennägel(nieten). Unsaubere Klebestellen auf dem Oberleder. Als Oberleder wurde auf Basis eines bereits seit 1954 produzierten Serienschuhs (normalerweise mit Nockensohle (Gummiert schwarz) verwendet. Der Prototyp ist mit 6 Schraubstollen versehen, die Sohle jedoch nicht aus Leder, wie die 1954 Berner Version, sondern erstmals mit Nylonsohle, die dann auch so patentiert wurde.

Zurück