Aktuelles vom Pfälzischen Sportmuseum

Im Zeichen der Ringe - Olympia und die Pfälzer

11.05.2012 00:00 von A. Kaufmann

Sonderausstellung im Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein vom 12. Mai bis 22. Juli

Plakat: Im Zeichen der Ringe
 

„Im Zeichen der Ringe – Olympia und die Pfälzer“ heißt eine Sonderausstellung, die der Sportbund Pfalz in seinem Sportmuseum in Hauenstein vom 12. Mai bis zum 22. Juli zeigt. Erstmals dokumentiert der Dachverband des pfälzischen Sports die Beteiligung von pfälzischen Sportlerinnen und Sportlern bei Olympischen Spielen von 1896 bis heute. Sehenswerte Exponate sind zusammengekommen. Die Ausstellung wird nach Hauenstein auch im Theodor-Zink-Museum in Kaiserslautern gezeigt.

Eine erste selbst konzipierte Sonderausstellung zeigt der Sportbund Pfalz in seinem Sportmuseum in Hauenstein knapp ein Jahr nach der Eröffnung am 24. Juni 2011. Im Olympiajahr 2012 widmet er sich der Beteiligung der Pfälzer bei den Olympischen Spielen der Neuzeit, also seit 1896 in Athen.

Aber nicht bei allen Spielen waren Pfälzer dabei. Gerade in der Anfangszeit 1896 oder 1904 ist keine Beteiligung eines pfälzischen Sportlers bekannt. Genauso fanden die Spiele nach den beiden großen Kriegen ohne deutsche Beteiligung statt. Die ersten aktiven Teilnehmer kamen vom Ludwigshafener Ruderverein. Der Vierer mit Steuermann nahm 1900 in Paris teil und belegte im Endlauf Platz 3. Ein Gruppenbild dieser ersten Pfälzer Olympioniken begrüßt die Besucher der Ausstellung. Der Turner Wilhelm Kaufmann aus Speyer war 1908 bei den Spielen in London dabei; er durfte die Fahne der Deutschen Turner als ältester Aktiver tragen. Von ihm ist leider nichts erhalten, außer einem Gruppenfoto im Jahrbuch der Turnkunst von 1909.

Der berühmteste und erfolgreichste Olympionike aus der Pfalz ist zweifelsohne Wilfried Dietrich, der Kran von Schifferstadt. Er gewann bei fünf Spielen fünf Medaillen und verewigte sich mit dem Wurf des Jahrhunderts 1972 in München in die Geschichtsbücher des Sports, als er den 200-Klio-Mann Chris Taylor aus den USA schulterte. Die Ausstellung zeigt seinen roten Ringerdress aus dem Olympiajahr 1965. Ebenfalls ausgestellt: die Ringerstiefel von Markus Scherer, Silbermedaillengewinner 1984 in Los Angeles. Überhaupt weisen die Ringer in der pfälzischen Olympiageschichte die meisten Teilnehmer auf. 26 Ringer aus der Pfalz sind dokumentiert. Unter ihnen auch Georg Gehring aus Ludwigshafen, der in Amsterdam 1928 mit dem 3. Platz heimkehrte. Seine Olympia-Urkunde ist in der Ausstellung genauso zu besichtigen, wie die des Sprinters Gerd Hornberger aus Waldfischbach, der 1936 in Berlin mit der 4 x 100-Meter-Staffel die Bronzemedaille gewann.

Aber auch die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ist reichhaltig dokumentiert. Exponate des Boxers Emil Schulz vom 1. FC Kaiserslautern (Silbermedaille 1964 in Tokio), des Turners Philipp Fürst aus Ludwigshafen (Bronzemedaille 1964), der Gold-Ruderer Gerhard Auer und Alois Bierl (Vierer mit Steuermann München 1972), des Doppelolympiasiegers auf der Radrennbahn 1976 in Montreal, Gregor Braun aus Neustadt oder sein „Erbe“ Stefan Steinweg (1992 Gold in Barcelona) sowie von Hockeylegende Heiner Dopp, der an drei Olympischen Spielen teilnahm und zweimal Silber holte, lassen die Triumphe der pfälzischen Athleten und Sportler wieder aufleben.

Insgesamt bilanziert die Ausstellung von 1896 bis heute 107 pfälzische Sportlerinnen und Sportler bei 22 Olympischen Spielen. Diese Sportler brachten es zu 153 „pfälzischen“ Teilnahmen. Funktionäre und Schiedsrichter sind hierbei unberücksichtigt.

Die Rangliste bei den Sportarten führen die Ringer an mit 26 Teilnehmern. Es folgen Rudern (16), Leichtathletik (12), Gewichtheben (10), Turnen (8), Hockey, Radsport (je 7), Fußball (6), Sportschießen (4), Boxen, Schwimmen (je 3), Segeln (2), Tischtennis, Fechten, Eiskunstlauf (je 1).

Die Ausstellung im Pfälzischen Sportmuseum mit ca. 200 Olympia-Exponaten schlägt den Bogen von Athen 1896 bis London 2012. Die Spikes von Weitspringer Christian Reif, die er 2010 bei seinem Europameisterschaftssieg in Barcelona trug, stehen hierbei am Ende der Schau zwischen Schuhen von Heiner Dopp, Gregor Braun, Markus Scherer, Ronny Weller oder Reiner Gies und sind Symbol für eine der pfälzischen Medaillenhoffnungen in London.

Das Pfälzische Sportmuseum ist täglich zusammen mit dem Deutschen Schuhmuseum Hauenstein von 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet.

Zur Ausstellungseröffnung am11. Mai um 16.00 Uhr haben sich folgende Olympioniken angemeldet:
- Gerhard Auer, Rudern, Gold 1972
- Alois Bierl, Rudern, Gold 1972
- Gregor Braun, Radsport, 2 x Gold 1976
- Jürgen Brecht, Fechten, Bronze 1960
- Heiner Dopp, Hockey, 2 x Silber, 1984, 1988
- Reiner Gies, Boxen, Bronze 1988
- Pasquale Passarelli, Ringen, Gold 1984
- Winfried Ringwald, Rudern, Teilnahme 1972, 1976
- Heinz Fütterer, 100 Meter, Bronze 1956

 

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