Aktuelles vom Pfälzischen Sportmuseum

Mit Behindertensport in Berührung kommen: Paralympics-Siegerin Katrin Green besuchte Pfälzisches Sportmuseum in Hauenstein

22.01.2020 12:02 von Finja Coerdt

Katrin Green, Mädchenname Laborenz, ist Pfälzerin, wurde 1985 in Ruthweiler geboren und wuchs auf dem Sangerhof der Gemeinde Henschtal im Kreis Kusel auf. Sie verlor im Alter von fünf Jahren durch einen tragischen Unfall ihren linken Fuß: Auf dem elterlichen Bauernhof wurde eine neue Mähmaschine präsentiert. Bei der Vorführung des Kreiselmähers lösten sich zwei Messer. Ein Mähmesser durchtrennte den Fuß ihres Großcousins, welcher wieder angenäht werden konnte. Das andere Mähmesser durchtrennte Katrins Fuß, dieser konnte aber nicht mehr angenäht werden - Katrin bekam eine Prothese.

An Sport dachte das junge Mädchen damals nicht und ihre Liebe für die Leichtathletik hat sie auch nur langsam entdeckt. Der Vertreter einer Orthopädietechnikfirma in der Ludwigshafener BG Unfallklinik, in der Katrin immer wieder neue Prothesen angepasst wurden, entdeckte ihr Lauftalent und riet ihr zum Leistungssport beim professionell aufgestellten Verein TSV Bayer 04 Leverkusen. Diesen Weg schlug Katrin dann nach langem Überlegen auch ein. Sie machte ihr Abitur in Leverkusen trainierte dort und hatte erste große sportliche Erfolge 2002 bei Weltmeisterschaften im 100 und 200 Meter-Lauf sowie im Weitsprung. Sie startete bei den Paralympics 2004 und den Weltmeisterschaften 2006 (Bronze im 100 Meter-Lauf). Der Höhepunkt 2008 bei den Paralympics in Peking: Gold über die 200 Meter-Strecke und Platz 4 über die 100 Meter. Es folgten weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften und IWAS World Games. Bei den Paralympics 2012 in London gab es noch einmal eine Bronzemedaille über die 100 Meter-Strecke. Ihren Mann, den Amerikaner Roderick Green, lernte Katrin 2004 bei den Paralympics in Athen kennen. Er ist ebenfalls Prothesenläufer. Roderick Green wurde ohne rechtes Wadenbein und Knöchel geboren, mit zwei Jahren wurde dem Jungen der Fuß amputiert.

Regelmäßig in größeren Abständen besucht die heute in Oklahoma lebende Familie Green Katrins pfälzische Heimat. Jetzt war sie über Weihnachten wieder einmal in Deutschland, wo natürlich viele Besuche bei Bekannten und Verwandten auf dem Programm standen. Dass auch ein Besuch in Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein möglich war, dafür sorgte der stellvertretende Geschäftsführer des Sportbundes Pfalz, Thomas Schramm, der mit dem Bruder von Katrin Green befreundet ist und über ihn den Kontakt herstellte. Zusammen mit Kurator Asmus Kaufmann vom Sportbund Pfalz gab es eine Sonderführung durchs Sportmuseum. Katrin Green zeigte sich beeindruckt von der Sammlung und musste nicht lang überlegen: Sie wird verschiedene Objekte aus ihrem bewegten Leben für die Dauerausstellung des Pfälzischen Sportmuseums zur Verfügung stellen. Green: „Das meiste liegt bei mir zu Hause eh nur im Schrank herum. Hier im Museum können die Besucher sie sehen und kommen dadurch auch mit dem Thema Behindertensport in Berührung.“

 

Foto: Familie Green mit Thomas Schramm (rechts) im Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein.

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